Grüne beantragen Reparaturbonus für Bayern 

Foto: Blaz Erzetic auf Unsplash.com

Zuschuss zu gewerblichen Reparaturen soll Elektroschott reduzieren und die heimische Wirtschaft stärken.

FÜRTH / MÜNCHEN – Die Landtags-Grünen haben im Rahmen der Haushaltsberatungen einen Reparaturbonus beantragt. Wer ein beschädigtes Elektro- und Elektronikgerät reparieren lässt, soll sich künftig 50 Prozent der Reparaturkosten erstatten lassen können – bis maximal 100 Euro pro Reparatur.

„Der finanzielle Anreiz soll dazu beitragen, dass Geräte länger genutzt und nicht bei einem Defekt sofort durch Neuware ersetzt werden. Das vermeidet Elektroschrott und schont wertvolle Rohstoffe, die für die Produktion neuer Geräte nötig sind,“ erklärt Laura Weber, Sprecherin für Verbraucherschutz in der Grünen Landtagsfraktion.

Weber verweist auf Erfolge von Reparaturboni in anderen Bundesländern: In Thüringen konnten über einen Zeitraum von zwei Jahren 390 Tonnen Elektroschrott vermieden und 2.970 bis 3.000 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden, so eine Studie des Fraunhofer Instituts. Jeder dritte Antragsstellende hätte die Reparatur ohne den Bonus nicht durchgeführt. Auch Sachsen und Berlin haben in den letzten Jahren Reparaturboni eingeführt. 

Barbara Fuchs, wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, betont die Vorteile für Wirtschaft und Verbraucher*innen: „Mit dem Reparaturbonus wird es für die Menschen in Bayern deutlich günstiger, ein defektes Gerät reparieren zu lassen. Gerade in Zeiten steigender Preise ist eine solche finanzielle Entlastung ein wichtiges Instrument. Gleichzeitig wird die heimische Wirtschaft gestärkt, wenn defekte Geräte durch einen lokalen Handwerksbetrieb repariert werden. Das sichert Arbeits- und Ausbildungsplätze vor Ort sowie die Gewerbesteuer für die Kommunen.

Die Landtags-Grünen hatten bereits bei den letzten Haushaltsberatungen einen Reparaturbonus beantragt. Dieser wurde von den Regierungsfraktionen abgelehnt mit dem Hinweis, dass dafür in Krisenzeiten keine Mittel zur Verfügung stünden. „Dabei zeigen uns gerade die vielen Krisen, wie wichtig es ist, die heimische Wirtschaft zu stärken und Wege zu finden, den Rohstoffverbrauch zu reduzieren,“ betont die Abgeordnete Barbara Fuchs

Die Landtags-Grünen beantragen für den Reparaturbonus Haushaltsmittel in Höhe von 1,7 Mio. Euro in 2026 und 3,7 Mio. Euro in 2027. Zum Vergleich: Der Freistaat Sachsen stellt im aktuellen Haushalt mehr als 4 Mio. Euro für die Umsetzung des Reparaturbonus bereit, hat aber nur etwa ein Drittel der Einwohner im Vergleich zu Bayern.  

Hintergrund:

Das „Recht auf Reparatur“, eine EU-Richtlinie, muss bis 31.7.2026 in nationales Recht umgesetzt sein. Verbraucher*innen sollen dann die Möglichkeit haben, defekte Geräte nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistung von 2 Jahren einfach und kostengünstig reparieren zu lassen. Dazu müssen Produkte wie Tablets, Smartphones, Waschmaschinen, Geschirrspüler etc. so gestaltet sein, dass sie technisch reparierbar sind. Zudem sind Hersteller gefordert, öffentlich Angaben über ihre Reparaturleistungen und die Kosten dafür zu machen. Und der Gesetzgeber muss Reparaturen mit mindestens einer Maßnahme fördern. Bayern unterstützt bereits gemeinnützige Reparatur-Initiativen, nach Ansicht der Landtags-Grünen reicht das aber nicht aus. Sie bemängeln auch, dass die Fördervoraussetzungen viel zu hoch seien, nur wenige Initiativen könnten sie in Anspruch nehmen.  

Quellen: 

Artikel kommentieren

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden. Entnimm Weiteres bitte der Datenschutzerklärung.