Flächenfraß in Allersberg: Fürther Trinkwasser in Gefahr

Juni 2022

Gemeinsame Pressemitteilung vom 08.06.2022 von Bund Naturschutz, Bürgerinitiative Harrlach und mir:

Trinkwasserschutz ernst nehmen!


HARRLACH/FÜRTH – Das Raumordnungsverfahren zum geplanten ICE-Werk bei Nürnberg läuft seit wenigen Wochen. Einer der von der Deutschen Bahn beantragten Standorte liegt bei Allersberg/Pyrbaum/Roth-Harrlach im Nürnberger Reichswald in unmittelbarer Nähe zum dortigen Trinkwasserschutzgebiet, aus dem auch die Stadt Fürth einen wesentlichen Anteil des städtischen Trinkwassers bezieht. Es bestehen ernsthafte Bedenken gegen die Ansiedlung des ICE-Werks in diesem Gebiet, da damit die Trinkwasserversorgung gefährdet würde.
Mit einer Fotoaktion vor einem Trinkwasserschutzgebiets-Schild in Harrlach wiesen am 8. Juni 2022 Vertreter*innen der örtlichen Bürgerinitiative, des BUND Naturschutz und MdL Barbara Fuchs auf diese Gefahr für über einhunderttausend Bürger*innen der Metropolregion hin.

„Mit der bereits eingetretenen Klimakrise wird gerade Nordbayern besonders stark unter Dürre leiden. Klimaschutz ist das Gebot der Stunde, nicht Waldrodung. Die Trockenheit wird auch die Grundwasservorräte verringern. Ich habe deshalb starke Bedenken, dass sich künftig die Menge und die Qualität des Wassers aus dem Gebiet bei Harrlach und damit auch die Qualität des Trinkwassers in Fürth deutlich verschlechtern werden. Daher lehne ich ein ICE-Werk am Standort Harrlach und ein Amazon-Logistikzentrum bei Allerberg ab. Unser Trinkwasser darf nicht gefährdet werden“, so Barbara Fuchs, Mitglied der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.

„Für das ICE Werk sollen 46 Hektar Reichswald abgeholzt werden. Zusammen mit den geplanten Gewerbegebieten Allersberg West I und II und der bereits existierenden Sandgrube würde hier somit eine rund 90 Hektar große Industriefläche entstehen – mit unabsehbaren Auswirkungen auf die Grundwasserneubildung. Dabei ist der Grundwasserspiegel in den letzten Dürrejahren schon um anderthalb Meter gefallen“, so Verena Masopust, Sprecherin der Bürgerinitiative Harrlach.

Waltraud Galaske, Stellvertretende Vorsitzende der BN Kreisgruppe Fürth-Stadt: „Der Wasserversorger INFRA Fürth bezieht etwa 44 Prozent des Trinkwassers aus dem Gebiet bei Harrlach. Bei Hochwasser, wenn das Trinkwasserschutzgebiet der Stadt Fürth im Rednitzgrund überflutet ist, bezieht die INFRA sogar 100 Prozent des Wassers aus dieser Region. Der Stadtrat von Fürth hat klar Stellung bezogen und sich einstimmig gegen diesen Standort ausgesprochen, da die Trinkwasserversorgung gefährdet sein könnte. Das Fürther Wasserbündnis hat sich unserem Protest angeschlossen.“

Norbert Schöll von der BN-Ortsgruppe Allersberg erklärt dazu: „Die Trinkwasserschutzgebiete sind enorm wichtig für die Region. Unser Wasserversorger, die Brunnbachgruppe kann den zusätzlichen Bedarf von 83.000 Kubikmeter für das ICE-Ausbesserungswerk nicht stemmen. Vorrang hat die Gewährleistung der Versorgungssicherheit, auch für die Zukunft. Andernfalls ist zu befürchten, dass die Neubildung des Grundwassers künftig unter den Entnahmemengen liegen würde und es auf Dauer zu Engpässen in der Wasserversorgung käme.“

Das Wasser aus dem Gebiet um Harrlach ist besonders nitratarm und hat Mineralwasserqualität, da es in der Umgebung der Brunnen keine Landwirtschaft gibt und der Waldboden das Regenwasser perfekt filtert.
Der hohe Wasserbedarf des ICE Werks zum Reinigen der Züge und zum Auffüllen der Frischwassertanks entspricht dem Wasserbedarf mehrerer tausend Menschen und würde die Kapazität der Brunnen deutlich belasten. Zudem soll Regenwasser zur Reinigung der Züge eingesetzt werden und stünde dann nicht mehr für die Grundwasserneubildung zur Verfügung.

 

Dezember 2021

Meine Pressemitteilung vom 06.12.2021:

Fürther Trinkwasser in Gefahr

FÜRTH/ALLERSBERG/ROTH – Wenige Kilometer von den Trinkwasserbrunnen der infra bei Allersberg entfernt befinden sich aktuell zwei Großprojekte in Planung, die die Wasserversorgung der 130.000 Menschen in Fürth bedrohen. An der Ostseite des Trinkwassergewinnungsgebiets möchte der Onlineversandriese Amazon ein Logistikzentrum aus dem Boden stampfen, während im Norden die Deutsche Bahn einen Standort für ihr neues ICE-Werk ins Auge gefasst hat. Beide Projekte gemein haben einen gewaltigen Eingriff in die Natur und eine Gefährdung für die unterirdischen Grundwasserleiter. Also jene Wasserquellen, die die Brunnen der infra speisen und so fast die Hälfte des Fürther Wasserbedarfs abdecken.
Deshalb begrüßt die Fürther Landtagsabgeordnete Barbara Fuchs, die die Entwicklungen bei Allersberg bereits seit dem Jahr 2019 aktiv begleitet, ausdrücklich die jetzt gestartete Initiative der Bund Naturschutz Kreisgruppe Fürth zum Schutz des Trinkwassers.

„Zu lange hat sich der Fürther Oberbürgermeister angesichts der realen Gefahr für die Stadt weggeduckt“, meint Barbara Fuchs, MdL und fordert ihn auf, „sich mit allen Mitteln für den Schutz des Fürther Trinkwassers einzusetzen und umgehend das Gespräch mit seinen Amtskollegen in Allersberg und Roth zu suchen“. Für MdL Barbara Fuchs ist klar, „der Schutz unserer Lebensgrundlagen hat oberste Priorität. Deshalb muss jetzt das Wasserschutzgebiet bei Allersberg auch angesichts absehbarer zukünftiger Folgen der Klimakrise erweitert werden“. „Die kommunalen Spitzen müssen endlich aufhören, im Klein-Klein zu denken und anfangen im Interesse einer nachhaltigen Regionalplanung gemeinsam übergeordnet zusammenzuarbeiten“, findet Fuchs und betont, „ein wichtiges Infrastrukturprojekt wie ein ICE-Werk darf nicht gegen den Umweltschutz ausgespielt werden. Es braucht einen echten Neustart der Standortsuche mit einem klaren Fokus auf bereits versiegelte Industrieareale. Trinkwasserschutz darf nicht am Geld scheitern.“

 

Oktober 2021

Meine Pressemitteilung vom 25.10.2021:

Neue Gefahr: bedroht das ICE-Werk das Fürther Trinkwasser?

FÜRTH/HARRLACH/ALLERSBERG – Noch während die Planungen für das Amazon-Logistikgebiet bei Allersberg weiter vorangetrieben werden, tut sich in unmittelbarer Nähe eine neue Gefahr für das Fürther Trinkwasserschutzgebiet auf.
Oberhalb des Flächenfraßprojektes für Amazon könnte das neue ICE-Werk der Deutschen Bahn entstehen. Diese Fläche ist als eine von drei weiteren in der engeren Auswahl der DB verblieben, nachdem mögliche Standorte, wie beispielsweise der einzige im Stadtgebiet Nürnberg im Stimmkreis des Ministerpräsidenten frühzeitig aus dem Auswahlverfahren ausschieden.
Die Fürther Landtagsabgeordnete Barbara Fuchs sieht in dem von der Bahn ins Auge gefassten ICE-Werk-Standort eine ähnliche Gefahr für die benachbarte Trinkwassergewinnung wie durch die Amazon-Logistikpläne. Zuletzt sank bereits der Grundwasserspiegel in der Gemarkung Harrlach. Beide Projekte gefährden die unterirdischen Grundwasserleiter, die das regionale Wasservorkommen speisen. Der kommunale Wasserversorger infra teilt diese Bedenken. Bei einem Vor-Ort-Termin am 24. Oktober 2021 tauschte sich die Abgeordnete Barbara Fuchs mit den betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern aus und besichtigte die fragliche Fläche für das DB-Projekt.
„Sowohl die Pläne für Amazon als auch das ICE-Werk sind eine Riesenbedrohung für die Trinkwasserversorgung von mindestens 130.000 Menschen in Fürth und vor Ort“, warnt Barbara Fuchs, MdL und fordert, „nicht auf Kosten der zukünftigen Generationen leichtfertig unsere Lebensgrundlagen zu verspielen“.
In der näheren Vergangenheit wurden von der Bahn viele potenzielle Flächen bereits verkauft. Insbesondere die veräußerte Industriebrache am Rangierbahnhof Nürnberg wäre für das ICE-Werk ideal gewesen. „Es ist unverständlich, warum bei solchen Entscheidungen die nötige Weitsicht fehlt bzw. bewusst ausgeblendet wird“, so Barbara Fuchs.

Für MdL Barbara Fuchs ist klar, „dass bei einer Interessensabwägung der Schutz unserer Lebensgrundlagen und wichtige Infrastrukturprojekte in einem gesunden Gleichgewicht stehen müssen und nicht gegeneinander ausspielt werden dürfen“.
Deshalb muss es jetzt einen echten Neustart der Standortsuche mit veränderten Ausgangskriterien mit einem Fokus auf bereits versiegelten Industriearealen geben. Trinkwasserschutz darf nicht am Geld scheitern.

„Der Oberbürgermeister Dr. Jung muss sich jetzt zu der konkreten Bedrohung des Fürther Trinkwassers positionieren“, fordert die Landtagsabgeordnete Barbara Fuchs eindringlich.

Ausschnitt aus meinem Statement beim Info-Tag der BI in Harrlach am 24. Oktober 2021:

Bericht der Fürther Nachrichten: Wegen Amazon: Ist Fürths Trinkwasserversorgung in Gefahr?

„[…] Eine Gegnerin des Projekts ist die Fürther Grünen-Landtagsabgeordnete Barbara Fuchs. „Mein Thema ist langfristig sicherzustellen, dass wir in Fürth kein Trinkwasserproblem kriegen“, sagt sie auf FN-Anfrage. Daniel Horndasch wirft sie vor, „von Anfang an nicht transparent gearbeitet“ zu haben. „Relativ fadenscheinig“  habe er ein Bürgerbegehren gegen die Ansiedlung von Amazon ablehnen lassen. […]“

Bericht der Süddeutschen Zeitung: Amazon spaltet Allersberg

„[…] Die Fürther Grünen-Landtagsabgeordnete Barbara Fuchs hat kein Verständnis für Horndaschs strikten Kurs. „Auf Amazon und auf Logistiker zu setzen, ist an dieser Stelle nicht nachhaltig, vor allem im Hinblick auf das angrenzende sehr bedeutende Trinkwasserschutzgebiet“, sagt sie. Im Übrigen sei der Umgang mit dem Thema „von Anfang an schiefgelaufen. Null Transparenz, heimliche Verhandlungen, Ausflüchte und nur dann etwas zugeben, wenn es nicht mehr anders geht“. Horndasch nehme „die Bevölkerung nicht mit, sondern schließt sie aus“. […]“

September 2021

Bericht der Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung: “Ist Amazon in Allersberg eine Gefahr fürs Fürther Trinkwasser?”

Meine Pressemitteilung vom 15.09.2021:

Flächenfraßprojekt bedroht die Wasserversorgung von rund 130.000 Menschen – Bürgermeister verkennen die Gefahr

FÜRTH/ALLERSBERG – Das geplante Sondergebiet Logistik bei Allersberg für den Onlineversandhändler Amazon stellt eine ernsthafte Gefährdung für die Trinkwasserversorgung von rund 130.000 Menschen dar. Die lokale Wasserversorgung der Stadt Fürth wird über die Trinkwasserbrunnen der infra in den drei Wasserschutzgebieten im Rednitztal, im Knoblauchsland und bei Allersberg realisiert. Die Fernwasserversorgung bei Allersberg mit ihren Anfängen in den 60er-Jahren deckt zu mehr als 40 Prozent den Gesamttrinkwasserbedarf von Fürth ab. Das Wasserschutzgebiet hat auch eine Bedeutung für die Katastrophen- und Notversorgung für Teile der Stadt Nürnberg. Maßgeblich für die damalige Standortwahl war ein weitläufiges, naturbelassenes Gebiet ohne Industrie und Gewerbe. Darauf wurden auch die vergleichsweise gering dimensionierten Schutzzonen des Wasserschutzgebiets ausgelegt.
Der Fürther Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung scheint sich dieser Gefahr offenbar nicht bewusst zu sein. Zumindest lassen seine aktuellen medialen Äußerungen dies vermuten. Demnach gebe es über die Modernisierung des Wasserwerks im Knoblauchsland und die Sanierung der Fernwasserleitung nach Allersberg hinaus keinen weiteren Handlungsbedarf zur Sicherung der Wasserversorgung für die Zukunft. Ganz im Gegenteil – er sieht die Fürther Wasserversorgung für die Zukunftsherausforderungen sogar gut gerüstet. Dabei kann es sich nur um eine fatale Fehleinschätzung handeln.
Denn ganz anders liest sich die Stellungnahme des städtischen Wasserversorgers infra, dessen Aufsichtsratsvorsitzender OB Jung ist, zum in der Planung befindlichen Sondergebiet Logistik bei Allersberg. „Darin führen die Wasserschutzexpertinnen und -experten konkrete Gefahren für das Grundwasser auf“, sagt die Grünen-Landtagsabgeordnete Barbara Fuchs. Der Stellungnahme zufolge stellt ein Eingriff in den Untergrund ein akutes Risiko für das Grundwasser dar. Wenn die schützende Deckschicht des Grundwasserleiters geschädigt wird, können Verschmutzungen ins Grundwasser gelangen.
Dazu kommt: Auch die Trinkwasserversorgung durch das Wasserschutzgebiet im Rednitztal, das bisher mehr als die Hälfte der Fürther Wasserversorgung gewährleistet, ist unmittelbar bedroht – und zwar durch die Folgen der Klimakrise.

„Wer das Grundwasser schützen möchte, muss immer auch den Boden schützen“, betont Barbara Fuchs. Gerade die massive Flächenversiegelung auf 19 Hektar unmittelbar neben dem Trinkwasserschutzgebiet birgt die Gefahr, das Umland trocken zu legen, wenn das Regenwasser direkt über die angrenzenden Bäche in die Regnitz abgeleitet wird, anstatt wie bisher natürlich zu versickern. Wenn dann bei Starkregenereignissen die Bäche und Flüsse die Wassermassen nicht mehr aufnehmen können, kommt es zu großflächigen Überschwemmungen. Die Flutkatastrophe im Juli dieses Jahres, die auch hier in der Region die benachbarten Landkreise Fürth und Neustadt/Aisch schwer getroffen hat, hat dieses konkrete Gefahrpotenzial schmerzlich vor Augen geführt.
„Deshalb fordere ich eine Erweiterung des Wasserschutzgebiets bei Allersberg, die auch die zukünftige Risikoentwicklung für das Trinkwasser durch die Klimakrise berücksichtigt“, so Barbara Fuchs.
Nicht nur der Logistikstandort an sich sei aus offensichtlichen Gründen ungeeignet, es fehle dem gesamten Gewerbeprojekt in Allersberg ein sinnhafter Mehrwert. „Oberbürgermeister Dr. Jung muss umgehend seinen Amtskollegen Daniel Horndasch im Markt Allersberg kontaktieren und sich mit allen Mitteln für den Schutz der Trinkwasserversorgung der 130.000 Fürtherinnen und Fürther einsetzen. Dabei darf nichts unversucht gelassen werden“, fordert Barbara Fuchs.
Dieses aktuelle Beispiel aus der Region lässt sich natürlich auch auf andere Flächenfraßprojekte an Wasserschutzgebieten in Bayern übertragen. Damit Grundwasserschutz wirklich gelingt müssen wir alle, also Politik, Wirtschaft, insbesondere die Industrie und Landwirtschaft sowie die Bevölkerung gemeinsam handeln. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Ressource Wasser ist für unser Leben unabdingbar. Fehlgeleitete wirtschaftspolitische Entscheidungen dürfen keine Lebensgrundlage riskieren. Unter dem Motto „Unser Wald, unser Wasser, unser Leben“ werden sich die Landtags-Grünen bei ihrer Fraktionsklausur vom 22. bis 24. September in Fürth auch mit diesem Thema beschäftigen.

Mai 2021
Bericht der Hilpoltsteiner Zeitung: “Paukenschlag in Allersberg: Gewerbegebiet geht an Amazon”
Leider wurde in Allersberg mit dieser Entscheidung die Chance vertan, die richtigen Weichenstellungen für eine zukunftsfähige Gewerbeentwicklung der Gemeinde zu stellen. Riesige Logistikhallen von einem internationalen Steuervermeider sind weder aus ökologischer noch ökonomischer Sicht nachhaltig. Mit kleinen und mittleren Betrieben würde es dagegen qualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze gegeben und die Wertschöpfung wirklich in der Region verbleiben.

April 2021
Bericht des Hilpoltsteiner Kuriers: “Hilpoltsteiner Kurier: Grüne bekräftigen Amazon-Ablehnung”

Mai 2020
Bericht der Süddeutschen Zeitung: “Lügenvorwürfe um Ansiedlung von Amazon”

Pressemitteilung zum “Bürgerentscheid am 17. Mai 2020”

Oktober 2019
Am vergangenen Dienstag formte sich ein breites überparteiliches Bündnis Allersberger Bürgerinnen und Bürgern für ein „Lebenswertes Allersberg“. Die Bürgerinitiative spricht sich gegen die zwei geplanten Industriegebiete aus und setzt sich für das ursprünglich vorgesehene deutlich kleinere Gewerbegebiet ein.

Die Landtagsabgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion Barbara Fuchs unterstützt die Bürgerinitiative. Nach Beschluss des örtlichen Gemeinderats sollen im Markt Allersberg statt des ursprünglich geplanten Gewerbegebiets zwei Industriegebiete mit einer Gesamtfläche von ca. 33,5 ha, das entspricht etwa 46 Fußballfeldern, entstehen. In Industriegebieten können sich all jene Betriebe ansiedeln, die sich aufgrund ihrer Emissionen (Lärm, Abgase oder Staub) nicht in normalen Gewerbegebieten ansiedeln dürfen. Mit einem Bürgerbegehren will die BI die Industrieparkpläne stoppen. Prominente Unterstützung bekamen die etwa 300 Anwesenden von Richard Mergner, dem Landesvorsitzenden des Bund Naturschutzes sowie dem Landesgeschäftsführer des Landesbund für Vogelschutzes Helmut Beran. Am Dienstag startete die Unterschriftensammelaktion zum Bürgerbegehren. Als Nächstes werden auf den kommenden Bauernmärkten in Allersberg Unterschriften gesammelt. Barbara Fuchs, MdL warnt davor, dass die Industriegebietspläne auch die unmittelbar angrenzenden Wasserschutzgebiete zur Trinkwasserversorgung der Stadt Fürth gefährden. Auch wenn vonseiten der Gemeinde Transparenz und Gesprächsbereitschaft signalisiert werden, scheinen die Industrieparkplanungen bereits fortgeschrittener als bisher kommuniziert. So sind in den Haushaltsplänen des Marktes bereits sechs Millionen Euro für die Industriegebiete fest eingeplant, das sind etwa die Hälfte der Gesamteinnahmen der Gemeinde. In diesem Zusammenhang steht konkret auch die Ansiedelung eines Amazon Logistikzentrums im Raum. Der Onlineversandhändler produzierte in der Vergangenheit Negativschlagzeilen mit Lohndumping und Steuertricks. Für eine nachhaltige Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Allersberg setzt sich Barbara Fuchs, MdL für ein Gewerbegebiet mit kleinen und mittelständischen Betrieben ein, statt zwei flächenfressender Industriegebiete mit absehbarer Umweltbelastung. Mit kleinteiligem Gewerbe entstehen qualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze und die Wertschöpfung verbleibt wirklich in Allersberg, so die Landtagsabgeordnete Barbara Fuchs.

Ein besonderer Dank geht an die engagierten Bürgerinnen und Bürger aus Allersberg, die sich aktiv ins Geschehen des Ortes einbringen und über dessen Zukunft mitgestalten möchten. Stellvertretend seien Walter Marx, Carsten Hüglin, Markus Fiegl und Franz Hofmann genannt. Hervorgehoben stehen die beiden Sprecher*innen Georg Decker und Wilma Kinzler, die die Bürgerinitiative „Lebenswertes Allersberg“ und das Bürgerbegehren besonders vorangetrieben haben, wir werden weiterhin eng zusammenarbeiten in diesem Thema.

 

Informationen zum Bürgerbegehren gibt es unter www.lebenswertes-allersberg.de 

 

Informationsveranstaltung am 23.01.2020

Am vergangenen Donnerstag durfte ich auf einer Informationsveranstaltung mit 300 Gästen der BI Lebenswertes Allersberg sprechen und meine wirtschaftspolitische Perspektive auf die beiden geplanten Industriegebiete in der Größe von 46 Fußballfeldern aufzeigen.Der Marktrat Allersberg hat diese im Jahr 2018 beschlossen und seitdem kämpft die BI für einen Stopp dieser Pläne zum Schutz der Natur. Diese geplante Flächenversiegelung gefährdet die Trinkwasserversorgung von 140.000 Menschen und bedroht zwei Biotope, die sich dort befinden. Dieses Beispiel bestätigt erneut, dass die lose Vereinbarung zu einem 5-Hektar-Ziel im Koalitionsvertrag von CSU und FW keinerlei Wirkung hat.Ich habe in meinem Beitrag aufgezeigt, dass dieses geplante Gebiet nicht für regionale Wirtschaftsbetriebe geschaffen wird, sondern für internationale Konzerne, die keinerlei Wertschöpfung für die Region bieten und wenig bis kaum Steuern zahlen werden. Wichtig war mir zu betonen, dass wir nicht generell gegen ein Gewerbegebiet sind. Es muss allerdings geprüft werden, ob bei den bestehenden regionalen Betrieben überhaupt ein Bedarf zur Erweiterung besteht. Diese Betriebe haben ihre gesamte Wertschöpfung vor Ort, zahlen Gewerbesteuer und bieten Ausbildungs- und Arbeitsplätze für die gesamte Region.Neben mir haben an diesem Abend außerdem Josef Göppel, ehemaliger CSU-Bundestagsabgeordneter sowie Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbund für Vogelschutz, ihre Bedenken geäußert.Ich danke der BI, besonders Georg Decker und Carsten Hügelnig, für den gut organisierten Abend, der sachlich und fundiert zu den Planungen informiert hat und freue mich, dass bereits die nötige Unterschriftenanzahl erreicht wurde! 

Übergabe der gesammelten Unterschriften der Bürgerinitiative “Lebenswertes Allersberg” am 05. März 2020

Gestern habe ich gemeinsam mit der Bürgerinitiative Lebenswertes Allersberg und Vertreter*innen von Bund Naturschutz in Bayern und Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) die 1116 gesammelten Unterschriften gegen das geplante #Industriegebiet Allersberg I und II dem Allersberger Bürgermeister Horndasch übergeben. Wir haben bei der Abgabe nochmals betont, dass wir nicht grundsätzlich gegen ein #Gewerbegebiet sind. Lokale Unternehmen sollen auf einer Fläche von maximal 8 Hektar die Möglichkeit bekommen, ihre Betriebe zu vergrößern und so die regionale #Wertschöpfung zu erhalten.
Der Gemeinderat entscheidet nun am 23. März, ob es zu einem Bürgerentscheid kommt.

 

Bisherige Presseberichte:

Übergabe der gesammelten Unterschriften gegen Industriegebiet Allersberg I und II

Allersberger BI sieht statt Transparenz ein “schwarzes Loch” 

Lassen Sie der Demokratie ihren freien Lauf!

Donau Kurier: Ein “urdemokratischer Prozess” beginnt

NB: Auftakt zum Bürgerbegehren in Allersberg mit Trillerpfeifen

Donau Kurier: “Das Industriegebiet fällt nicht vom Himmel”

Donau Kurier: “Das ist alles nicht durchdacht”

NB: Industriegebiet an der A9: Allersberger sollen entscheiden