Grundwasser in Gefahr: Einladung zur Diskussion und Filmvorführung

Die Landtags-Grünen machen auf Ihrer „Wassertour“ am 11. September 2025 Station im Landkreis Roth.

Der Sommer in diesem Jahr lässt uns wieder hautnah spüren, dass extreme Wetterereignisse als Folge der Klimakrise auch bei uns in Bayern angekommen sind. Zuerst haben wir eine lange Hitze- und Trockenperiode erlebt – mit sinkenden Wasserständen, trockenen Äckern und hoher Waldbrandgefahr. Dann zeigte sich das andere Extrem der Klimakrise – mit Starkregen, Hochwasser, vollgelaufenen Kellern und Erdrutschen.  Doch es gibt Maßnahmen, mit denen wir uns besser gegen Wetterextreme wappnen können.

Die Landtags-Grünen haben deshalb einen Gesetzentwurf zur Änderung des Bayerischen Wassergesetzes in den Landtag eingebracht, damit Maßnahmen für den Schutz des Wassers und der Menschen umgesetzt werden. Auf ihrer „Wassertour“ durch die bayerische Heimat wollen die Landtags-Grünen nun mit den Menschen ins Gespräch kommen und jene Orte besichtigen, an denen die Lage besonders kritisch ist oder an denen es schon gut läuft.

Am 11. September 2025 machen Barbara Fuchs und Patrick Friedl Station im Landkreis Roth. Gemeinsam mit lokalen Akteuren besichtigen sie eine Fläche am Trinkwasserschutzgebiet bei Allersberg, auf der ein Logistikzentrum entstehen soll. Ab 19 Uhr laden Sie zu einer Diskussion über die Gefahren für das Grundwasser in der Region ein. Mit dabei ist der Rother Filmemacher Gerdt Rohrbach, der seinen neuen Film zu diesem Thema vorstellen wird. Die Diskussionsrunde findet statt in den Räumen von „Auf Draht“ in der Drahtzieherstraße 6 in Roth. Interessierte sind herzlich willkommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 

Patrick Friedl, Sprecher für Naturschutz und Klimaanpassung, erklärt:  

„Dieser Sommer zeigt wieder mehr als deutlich: Überflutungen und Dürren sind in Bayern kein abstraktes Zukunftsszenario, sondern harte Realität. Deshalb drängen wir Grüne im Bayerischen Landtag auf wirksame Maßnahmen zur Klimaanpassung. Auf Bundesebene hat die Grüne Bundesumweltministerin a.D., Steffi Lemke, in der letzten Legislatur mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz und mit der Nationalen Wasserstrategie viel vorangebracht. Mit unserem Aufschlag des Wassergesetzes wollen wir für Bayern die nötigen Maßnahmen umsetzen. Die Staatsregierung hat zwar Ende Juli mit ihrem Kabinettsbeschluss erste Ansätze für mehr Wasserschutz vorgelegt, das reicht aber bei Weitem nicht aus!“ 

Die Fürther Landtagsabgeordnete Barbara Fuchs ergänzt:  

„„Haben wir in Zukunft noch ausreichend Trinkwasser? Für die Stadt Fürth ist die Frage besonders drängend. Sie deckt einen großen Teil ihres Bedarfs aus dem Trinkwasserschutzgebiet bei Allersberg. Doch wie an vielen Orten in Bayern sinken auch hier die Grundwasserstände. Die Gefahr, dass das Wasser knapp werden könnte, ist real. Was an dieser Stelle noch hinzu kommt, ist das geplante Logistikgebiet für Amazon. Eine riesige Fläche wird dafür versiegelt, was die Grundwasserneubildung zusätzlich einschränken wird. Außerdem besteht das Risiko, dass Gefahrenstoffe in den Boden und ins Grundwasser gelangen und die Versorgung von 200.000 Menschen in der Region gefährden. Das Beispiel Allersberg zeigt eindrücklich: Wir müssen die Ausweisung von Wasserschutzgebieten dringend anpassen und den Flächenfraß eindämmen. Denn Wasser ist unser Leben!“ 


Hintergrund zum Wasserschutzgebiet bei Allersberg: 

Seit 1968 fließt das Trinkwasser aus dem Wasserschutzgebiet westlich von Allersberg über eine 32 Kilometer lange Leitung nach Fürth und deckt rund 43 Prozent des örtlichen Bedarfs. Die genehmigte Fördermenge von 4,25 Millionen Kubikmetern jährlich ist laut Wasserwirtschaftsamt Nürnberg ausgeschöpft und kann derzeit nicht erhöht werden. Im Hinblick auf das geplante Logistikgebiet für Amazon warnt die infra Fürth in ihren Stellungnamen vor einer Gefährdung der regionalen Hauptversorgung und fordert angesichts der Klimakrise eine Erweiterung sowie besseren Schutz des Gebiets. Auch das Wasserwirtschaftsamt sieht dringenden Handlungsbedarf: Die heutige Abgrenzung des Schutzgebiets sei nicht mehr zeitgemäß, der Grundwasserleiter überlastet. In Bayern wird nur ein kleiner Radius um die Wasserentnahmestellen zur Schutzzone erklärt. Insgesamt sind nur 5 Prozent der Fläche des Freistaats geschützt. In anderen Bundesländern ist es deutlich mehr. 


Hintergrund zum Gesetzentwurf zur Änderung des bayerischen Wassergesetzes: 

Der Grüne Gesetzesentwurf wurde am 5. Juni 2025 in erster Lesung in den Bayerischen Landtag eingebracht. Sein Ziel ist es, Bayern besser vor Hochwasserkatastrophen und Wassermangel zu schützen, natürliche Rückhalteräume zu sichern und Kommunen bei notwendigen Maßnahmen zu unterstützen. Er sieht unter anderem vor, 

  • den Schutz vor Hochwasser und Sturzfluten sowie den Schutz des Grundwassers als überragendes öffentliches Interesse zu verankern, 
  • ökologische Maßnahmen beim Hochwasserschutz und Grundwasserschutz zu priorisieren, 
  • Überschwemmungsgebiete über das bisherige 100-jährige Hochwasser-Ereignis (HQ100) hinaus auszuweisen, 
  • Trinkwasserschutzgebiete auszuweiten und deren Ausweisung zu beschleunigen, 
  • und digitale und öffentlich zugängliche Wasserbücher einzuführen, um Grundwasserentnahmen transparent zu dokumentieren. 

Am 29. Juli hat 2025 auch die Staatregierung eine Novelle des Wassergesetzes beschlossen. Die angekündigten Maßnahmen sind aus Sicht der Grünen jedoch nicht ausreichend für einen wirksamen Wasserschutz.


Weitere Informationen:

Grüner Gesetzentwurf zur Änderung des bayerischen Wassergesetzes

Grüne zum Wassercent: „Die Staatsregierung hätte den Menschen in Bayern viel Zeit des Wartens ersparen können!“

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