Hohe Hürden trotz Fach- und Arbeitskräftemangel: Kritik an der Vergabe der Arbeitserlaubnissen in Fürth

Wer in Bayern arbeiten möchte, braucht mehr als ein Jobangebot – denn oft entscheidet bereits der Wohnort über Erfolg oder Ablehnung. Das zeigt ein neues Gutachten im Auftrag der Grünen im Landtag. Besonders auch in Fürth sind die Hürden vergleichsweise hoch.

Laut der Untersuchung der Universität Konstanz lag die Ablehnungsquote der Ausländerbehörden für Arbeitserlaubnisse in der Stadt Fürth zwischen 2018 und 2024 bei 15,3 Prozent – deutlich über dem bayerischen Durchschnitt von 13,5 Prozent. Betrachtet man nur das Jahr 2024, sogar bei 17,5 %.

Ähnliche Werte zeigen sich die Werte im Landkreis Fürth mit 14,7% (2018-2024) und für das Jahr 2024 sogar bei 18,2%.

Innerhalb Bayerns zeigen sich deutliche Unterschiede: Während die durchschnittliche Ablehnungsquote im Landkreis Dingolfing-Landau mit 24,9 Prozent bayernweit am höchsten lag, verzeichnete der Landkreis Ebersberg bei München mit 7,9 Prozent den niedrigsten Wert.

Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Unterschiede nur teilweise durch die wirtschaftliche Lage erklärbar sind. Stattdessen deutet vieles auf uneinheitliche Verfahren und strukturelle Probleme in den Ausländerbehörden hin. Die Folge: Gerade in Branchen mit großem Personalbedarf scheitern Arbeitsanträge überdurchschnittlich oft.

Auch Stadt und Landkreis Fürth leben von Zuwanderung und internationalen Arbeitskräften“, betont Barbara Fuchs, die wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag. „Ohne sie würden in vielen unseren Betrieben längst die Lichter ausgehen. Umso alarmierender ist es, dass ausgerechnet hier überdurchschnittlich viele Arbeitsanträge scheitern. Denn wenn Menschen trotz Jobangebot an Bürokratie hängen bleiben, blockiert das die Integration und gefährdet gleichzeitig die wirtschaftliche Zukunft hier.

Für die Grünen ist das ein unhaltbarer Zustand. „Wer arbeiten will, darf nicht an unterschiedlichen Behördenpraktiken scheitern“, so Barbara Fuchs. „Die Gesetze dürften nicht zum Nachteil der Wirtschaft und der Betroffenen ausgelegt werden. “Wenn die Unternehmen jemanden brauchen, darf die Behörde nicht zum Nadelöhr werden.“

Die Grünen fordern, die Verfahren für Arbeitserlaubnisse grundlegend zu modernisieren und zu beschleunigen. Nötig seien vor allem digitale, transparente Prozesse mit klaren Zuständigkeiten, standardisierten Abläufen und verbindlichen Bearbeitungsfristen, damit sowohl Antragstellende als auch Unternehmen Planungssicherheit erhalten.

Zugleich müsse die Staatsregierung die Antragstellung deutlich vereinfachen und Arbeitgeber stärker einbinden. Viele Betriebe seien bereit zu unterstützen, würden bislang aber zu wenig einbezogen.

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