Allersberg: Gewerbegebiet: Ja – Industriegebiet: Nein

Am vergangenen Dienstag formte sich ein breites überparteiliches Bündnis Allersberger Bürgerinnen und Bürgern für ein „Lebenswertes Allersberg“. Die Bürgerinitiative spricht sich gegen die zwei geplanten Industriegebiete aus und setzt sich für das ursprünglich vorgesehene deutlich kleinere Gewerbegebiet ein.

Die Landtagsabgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion Barbara Fuchs unterstützt die Bürgerinitiative. Nach Beschluss des örtlichen Gemeinderats sollen im Markt Allersberg statt des ursprünglich geplanten Gewerbegebiets zwei Industriegebiete mit einer Gesamtfläche von ca. 33,5 ha, das entspricht etwa 46 Fußballfeldern, entstehen. In Industriegebieten können sich all jene Betriebe ansiedeln, die sich aufgrund ihrer Emissionen (Lärm, Abgase oder Staub) nicht in normalen Gewerbegebieten ansiedeln dürfen. Mit einem Bürgerbegehren will die BI die Industrieparkpläne stoppen. Prominente Unterstützung bekamen die etwa 300 Anwesenden von Richard Mergner, dem Landesvorsitzenden des Bund Naturschutzes sowie dem Landesgeschäftsführer des Landesbund für Vogelschutzes Helmut Beran. Am Dienstag startete die Unterschriftensammelaktion zum Bürgerbegehren. Als Nächstes werden auf den kommenden Bauernmärkten in Allersberg Unterschriften gesammelt. Barbara Fuchs, MdL warnt davor, dass die Industriegebietspläne auch die unmittelbar angrenzenden Wasserschutzgebiete zur Trinkwasserversorgung der Stadt Fürth gefährden. Auch wenn vonseiten der Gemeinde Transparenz und Gesprächsbereitschaft signalisiert werden, scheinen die Industrieparkplanungen bereits fortgeschrittener als bisher kommuniziert. So sind in den Haushaltsplänen des Marktes bereits sechs Millionen Euro für die Industriegebiete fest eingeplant, das sind etwa die Hälfte der Gesamteinnahmen der Gemeinde. In diesem Zusammenhang steht konkret auch die Ansiedelung eines Amazon Logistikzentrums im Raum. Der Onlineversandhändler produzierte in der Vergangenheit Negativschlagzeilen mit Lohndumping und Steuertricks. Für eine nachhaltige Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Allersberg setzt sich Barbara Fuchs, MdL für ein Gewerbegebiet mit kleinen und mittelständischen Betrieben ein, statt zwei flächenfressender Industriegebiete mit absehbarer Umweltbelastung. Mit kleinteiligem Gewerbe entstehen qualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze und die Wertschöpfung verbleibt wirklich in Allersberg, so die Landtagsabgeordnete Barbara Fuchs.

Ein besonderer Dank geht an die engagierten Bürgerinnen und Bürger aus Allersberg, die sich aktiv ins Geschehen des Ortes einbringen und über dessen Zukunft mitgestalten möchten. Stellvertretend seien Walter Marx, Carsten Hüglin, Markus Fiegl und Franz Hofmann genannt. Hervorgehoben stehen die beiden Sprecher*innen Georg Decker und Wilma Kinzler, die die Bürgerinitiative „Lebenswertes Allersberg“ und das Bürgerbegehren besonders vorangetrieben haben, wir werden weiterhin eng zusammenarbeiten in diesem Thema.

 

Informationen zum Bürgerbegehren gibt es unter www.lebenswertes-allersberg.de

 

Bisherige Presseberichte:

Donau Kurier: Ein “urdemokratischer Prozess” beginnt

NB: Auftakt zum Bürgerbegehren in Allersberg mit Trillerpfeifen

Donau Kurier: “Das Industriegebiet fällt nicht vom Himmel”

Donau Kurier: “Das ist alles nicht durchdacht”

NB: Industriegebiet an der A9: Allersberger sollen entscheiden