Pressemitteilung zu dem anstehenden Bürgerentscheid am kommenden Sonntag

Zur Berichterstattung „Amazon spaltet Allersberg“ in der NN vom 11.05.2020 erklären
– der Ortsverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Allersberg
– der Kreisverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Roth
– Dr. Sabine Weigand MdL, örtlich zuständige Abgeordnete der Landtagsfraktion
– Barbara Fuchs, wirtschaftspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion B90/DIE GRÜNEN:

Dass das in der Diskussion befindliche Areal für ein Gewerbegebiet geeignet ist, stellen
wir GRÜNE nicht in Frage. Ebenso wenig in Frage gestellt wird, dass die Marktgemeinde
Allersberg Einnahmen erzielen muss, um notwendige Dienstleistungen und ihre Infrastruktur
zu finanzieren.

Wir bezweifeln jedoch stark, dass der vom Bürgermeister angestrebte Verkauf des Areals
an einen Entwickler von Logistikimmobilien bzw. den global player Amazon der richtige
Weg ist, um dauerhaft Steuereinnahmen zu erzielen.
„In einem Logistikunternehmen ist das Verhältnis von Arbeitsplätzen zu Flächenverbrauch
sehr schlecht“, so Sabine Weigand. „Die Aussage des P3 Deutschland-Geschäftsführers,
man ‚entrichte Steuern und Abgaben entsprechend der geltenden Gesetze‘ ist eine Selbstverständlichkeit.
Sie beinhaltet aber auch, dass Steuerzahlungen im Rahmen der gesetzlichen
Möglichkeiten durch geschickte Verschiebung der Geldströme minimiert werden.

Wieviel in der Gemeindekasse von Allersberg letztendlich ankommen wird, ist nicht abzusehen.“
„Wir treffen hier eine Entscheidung, mit der unsere Kinder und Enkelkinder lange leben
müssen. Dieser Verantwortung sollten wir uns bewusst sein und nicht nur das schnelle
Geld sehen,“ so die Sprecherin des Ortsverbands, Tanja Josche. „Von einem Branchenmix
würden wir langfristig mehr profitieren. Angesichts der Größe der Fläche plädieren wir für
eine schrittweise Entwicklung mit Respekt vor der Natur. Dann kann sich auch Allersberg
in gesundem Maße mitentwickeln und dabei lebenswert bleiben.“

Auf einen nicht zu vernachlässigenden Nebeneffekt weist Boris Czerwenka, Sprecher des
Kreisverbands Roth hin. „Vom Amazon-Logistikzentrum bei Eggolsheim wird berichtet,
dass die häufig in prekären Beschäftigungsverhältnissen angestellten Transportfahrer im
Siedlungsgebiet parken und übernachten. Aufgrund der für die Fahrer nicht zugänglichen
Sozialräume im Betriebsgebäude komme es zu sehr unangenehmen Begleiterscheinungen.“

Die wirtschaftspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Barbara Fuchs ergänzt: „Die Ansiedlung
von mittelständischen Unternehmen oder Handwerksbetrieben ist zwar für die
Gemeindeverwaltung mühsamer und langwieriger als der sofortige Verkauf des gesamten
Areals. Hinsichtlich der zu erwartenden Steuereinnahmen, der Nachhaltigkeit, der Lebensqualität
in der Marktgemeinde und einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung empfehle
ich den Bürgerinnen und Bürgern von Allersberg, den Entscheid am kommenden Sonntag
im Sinne der Initiative ‚Lebenswertes Allersberg‘ abzustimmen.“

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