Besuch bei Dennert in Schlüsselfeld

Am 11. April war ich zu Besuch bei Dennert in Schlüsselfeld und habe den Betrieb besichtigt. Dort habe ich mit dem Geschäftsführer Herrn Dentner, Herrn Kling und Frau Krüger vom Bayerischen Industrieverband Baustoffe, Steine und Erden (BIV), sowie mit Frau Prof. Dr. Eisig von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) über Nachhaltigkeit in der Baubranche sprechen können.
Die Bau- und Gebäudewirtschaft ist für mehr als ein Drittel der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. In der Baubranche gibt es daher in letzter Zeit viel Bewegung in Richtung Nachhaltigkeit. So versucht Dennert, bei der Produktion der Baustoffe Energie einzusparen, indem sie alternative Materialien verwenden und Herstellungsmethoden optimieren. Bei nachhaltigem Bauen geht es neben Klimaschutz in erster Linie auch um die nachhaltige Beschaffung der Ausgangsmaterialien für die Baustoffe und die Renaturierung der Abbauorte, wie z.B. Kiesgruben. Aber auch die Wiederverwendbarkeit von verbautem Material ist ein zentraler Faktor, auf den die Firma großen Wert legt. Besonders wichtig ist zudem die richtige Auswahl von hochqualitativen Baustoffen je nach Anforderungen an ein Gebäude. So ist Holz zum Beispiel ein sehr nachhaltiger Rohstoff, ist dafür aber nicht so langlebig. Eine Kombination von Beton und Holz wiederum verbindet die positiven Eigenschaften beider Materialien. Mit Blick auf den Klimawandel ist jedoch der (politisch) meistbeachtete Aspekt die Energieeffizienz, was die Debatte um das Ende der KfW-Förderung gezeigt hat. Hier hat sich schon viel getan, aber die Aufgabe ist nach wie vor gewaltig.
Die DGNB ist eine von zurzeit vier Gesellschaften, die in Deutschland Zertifikate für nachhaltiges Bauen vergeben. Die Kriterien dafür beinhalten Nachhaltigkeit, Langlebigkeit, Energieeffizienz und Wiederverwertbarkeit aller verwendeten Baustoffe eines Gebäudes, vom Abbau der Rohstoffe über den Bauprozess bis zum Abbau. Allerdings ist nicht immer klar, wer für die Kriterien zuständig ist. Interessant wäre daher zum Beispiel die Prüfung einer verpflichtenden externen Energieberatung im Hausbau. Die Beratung durch Nachhaltigkeitsexperten ist bisher noch recht kostenintensiv, weshalb durch Unterstützung an dieser Stelle die Ziele Wohnbau, Energieeffizienz und Ökologie besser verbunden werden könnten.
Die Firma Denner hat insgesamt etwa 760 Beschäftigte, von denen die meisten am Standort in Schlüsselfeld arbeiten. Dort werden auch jährlich knapp 25 Personen ausgebildet, jedoch haben sie wie viele andere Unternehmen Probleme, Interessent*innen für die Stellen zu finden. Dabei sind die Voraussetzungen gar nicht schlecht. So gibt es gute Verbindungen zur lokalen Mittelschule und das Handwerk genießt im ländlichen Raum deutlich mehr Ansehen als in den Städten. Jedoch ist zum Beispiel der Pendelverkehr für viele junge Leute schwierig, da es keine verlässliche ÖPNV-Anbindung gibt. Ein großer Teil der Beschäftigten muss daher mit dem Auto zur Arbeit pendeln. Hier ist der Freistaat in der Verantwortung. Mobilität auf dem Land ist auch ein Standortfaktor.

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