Grüne fordern bessere Unterstützung der Kommunen beim Hitzeschutz

Positive Beispiele für effektiven Hitzeschutz in Fürth

Anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstags am 11. Juni fordert die Landtagsabgeordnete Barbara Fuchs von der Staatsregierung deutlich mehr Anstrengungen, die Bevölkerung vor extremer Hitze zu schützen: „Hitzeperioden treten immer häufiger auf, sie dauern länger an und werden intensiver. Das ist nicht nur anstrengend für den Körper, sondern für viele Menschen eine ernsthafte, gesundheitliche Gefahr. Betroffen sind vor allem ältere und kranke Menschen, Kleinkinder sowie Personen, die im Freien arbeiten oder wohnungslos sind. Sie gilt es, besser zu schützen.“

Hitze ist inzwischen eines der größten klimabedingten Gesundheitsrisiken in Deutschland. Besonders gefährlich wird sie, wenn hohe Temperaturen über mehrere Tage anhalten und die nächtliche Abkühlung ausbleibt. Städte und Ballungsräume, die einen hohen Anteil versiegelter Flächen haben, heizen sich dann besonders stark auf.

Barbara Fuchs betont: „In Städten wie Fürth merken wir an heißen Tagen, wie wichtig schattenspendende Bäume, kühlende Grünflächen und ausreichend Trinkwasserangebote sind. Solche Maßnahmen sind kein Luxus – sie sind zentraler Teil der öffentlichen Gesundheitsvorsorge und können im Ernstfall Leben retten.“

Nach Ansicht von Patrick Friedl, Landtagsabgeordneter und Sprecher für Klimaanpassung der Grünen-Landtagsfraktion, wüssten Kommunen meist, welche Maßnahmen nötig wären, verfügen aber nicht über die personellen und finanziellen Mittel für die Umsetzung. Er sieht deshalb die Staatsregierung in der Verantwortung: „Die Söder-Regierung lässt die Städte und Gemeinden beim Hitzeschutz weitgehend im Stich. Dabei braucht es gerade jetzt eine verlässliche und langfristige Finanzierung für Hitzeaktionspläne, Baumpflanzungen und Stadtbegrünung, Entsiegelung, Trinkwasserangebote, Verschattung und kühle Rückzugsorte. Wer daran spart, setzt die Gesundheit der Menschen aufs Spiel.“

Barbara Fuchs ergänzt, dass der Schutz vulnerabler Menschen im Fokus stehen muss: „In Schulen, Kitas, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen leiden Kinder sowie ältere und kranke Menschen besonders häufig unter Hitze. Diese Einrichtungen müssen gestärkt und ausreichend finanziert werden, damit sie Menschen wirksam vor den Folgen zunehmender Hitze schützen können.“

Gleichzeitig verweist sie auf positive Beispiele in ihrer Heimatstadt Fürth, die zeigen, wie effektiver Hitzeschutz aussehen kann: „Fürth geht mit gutem Beispiel voran. Die Stadt hat eine Karte der kühlen Orte erstellt, in die sich Menschen zurückziehen können, wenn ihre Wohnungen überhitzen. Das sind Zufluchtsorte wie der Stadtpark, Badestellen am Fluss bis hin zu Kirchen und Museen, die Abkühlung versprechen. Auch die kostenlosen Trinkwasserspender der Stadt sind dort eingezeichnet. In der Fußgängerzone sorgt das Fontänenfeld für Abkühlung. Auf der Website der Stadt finden die Bürger Informationen und Tipps zum Hitzeschutz. Und für Senioren werden spezielle Workshops angeboten. Von solchen Maßnahmen brauchen wir mehr – aber das geht nur, wenn der Freistaat sich seiner Verantwortung stellt. Die Folgen der Klimakrise werden immer stärker spürbar. Die Frage ist nicht, wann die nächste Hitzewelle kommt, sondern wie gut wir darauf vorbereitet sind.“

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