Sechster Runder Tisch im Wirtschaftsministerium mit Blick auf die Vorfinanzierung als zentrale Herausforderung der Branche
Auf Initiative der mittelfränkischen Landtagsabgeordneten Barbara Fuchs fand am 8. Juni 2026 der 6. Runde Tisch Werkzeug- und Formenbau statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Verbänden und des Wirtschaftsministeriums diskutierten diesmal insbesondere über die zunehmenden Herausforderungen bei der Vorfinanzierung im Werkzeug- und Formenbau.
Die Branche steht seit Jahren unter erheblichem Druck: steigende Material- und Energiekosten, internationaler Wettbewerbsdruck sowie lange Projektlaufzeiten belasten viele Unternehmen. Besonders die notwendige Vorfinanzierung großer Aufträge entwickelt sich zunehmend zu einem Risiko – gerade für mittelständische Betriebe.
„Der Werkzeug- und Formenbau ist eine Schlüsselbranche für unsere industrielle Wertschöpfung. Wenn Unternehmen hohe Summen über lange Zeiträume vorfinanzieren müssen, geraten selbst wirtschaftlich gesunde Betriebe unter Druck“, betont Fuchs. Ziel müsse es sein, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen und den Mittelstand gezielt zu entlasten.

Im Austausch wurde deutlich, dass sich die Finanzierungssituation vieler Betriebe weiter zuspitzt. Neben steigenden Material- und Personalkosten belasten insbesondere immer längere Zahlungsziele die Unternehmen, die große Projekte häufig über Monate hinweg vorfinanzieren müssen. Gleichzeitig berichten viele – oft familiengeführte – Betriebe von zunehmend strengen Anforderungen seitens der Banken. Zur Absicherung für Kredite und Finanzierungen sind teilweise Bürgschaften bis hin zum privaten Wohneigentum nötig. Die Teilnehmenden forderten deshalb dringend bessere Finanzierungsmöglichkeiten, verlässlichere Zahlungsmodelle sowie mehr politische Aufmerksamkeit für die besonderen Strukturen der Branche.
Barbara Fuchs kündigte an, die Ergebnisse des Runden Tisches weiter in die politische Arbeit im Bayerischen Landtag einzubringen: „Gerade innovative mittelständische Unternehmen brauchen Planungssicherheit und machbare Finanzierungsbedingungen. Der enge Austausch mit der Praxis ist dafür unverzichtbar.“
Dabei bekräftigt Barbara Fuchs, „Förderpolitik muss Standortpolitik sein. Wenn wir öffentliche Gelder investieren, muss die dadurch entstehende Wertschöpfung auch hier vor Ort bleiben und unsere Wirtschaft nachhaltig stärken.“
Der Runde Tisch Werkzeug- und Formenbau wurde 2023, in guter Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium, von Barbara Fuchs ins Leben gerufen, um den regelmäßigen Dialog zwischen Politik und Branche zu stärken und konkrete Herausforderungen frühzeitig aufzugreifen.
Dabei lebt der Runde Tisch von der engen Vernetzung mit der Branche, wie beispielsweise den Fürther Unternehmensvertretern: Frau und Herr Badock, Geschäftsführer der Firma Hoefer & Sohn, sowie Oliver Stier, Geschäftsführer des Formenbaus Mayer, aus dem Landkreis Herr Knott, Geschäftsführer Formenbau Knott sowie der Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF).
Sie sind feste Teilnehmende der Runden Tische und bringen ihre Perspektiven und Sorgen aus der Praxis ein.


Artikel kommentieren