Kommentierung des Bayerischen Industrieberichts 2021

Mitte August hat das Bayerische Wirtschaftsministerium seinen Industriebericht für das Jahr 2021 veröffentlicht. Der Bericht gibt jährlich einen detaillierten Überblick über die wichtigsten Kennzahlen des Verarbeitenden Gewerbes in Bayern.

 

Gemeinsam mit Henrike Hahn, MdEP kommentiere ich wie folgt:

 

Barbara Fuchs, Mitglied im Bayerischen Landtag und wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen:

 

„Die zögerliche Haltung der Bayerischen Staatsregierung gefährdet die Zukunft des Wirtschaftsstandort Bayern, denn die Unternehmen müssen sich jetzt auf den Weg zur Klimaneutralität machen, damit sie international wettbewerbsfähig bleiben.

Aktuell leider besonders die Unternehmen des Bayerischen Mittelstands unter der Verhinderungspolitik der Söder-Regierung, die KMUs brauchen endlich klare Rahmenbedingungen und staatliche Unterstützung beim sozial-ökologischen Umbau ihrer Unternehmen. Hier fordern wir Landtagsgrüne schon lange einen Transformationsfonds speziell für KMUs, denn nur so erhalten wir die Wertschöpfung und Arbeitsplätze am Standort Bayern.“

 

Henrike Hahn, Mitglied der Bayerischen Grünen und industriepolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Europäischen Parlament:

 

„Der bayerische Industriebericht 2021 zeigt, dass die derzeitige bayerische Staatsregierung immer noch keine Strategie für eine klimaneutrale Transformation der Wirtschaft hat, die in einem solchen Bericht erfolgreich evaluiert werden kann.

Ein zukünftiger bayerischer Industriebericht muss klar den Green Deal widerspiegeln, der mitbuchstabiert, dass Klimaschutz in Bayern Jobmotor ist.

 

Der Green Deal bedeutet in Europa Marktführerschaft in der Spitzentechnologie bei Erneuerbaren Energien und der Produktion von Elektroautos. Wir brauchen einen Boost für Wind- und Solaranlagen mit einem Setzen auf 100% erneuerbare Energien statt Herumlavieren bei der 10 H Regelung.

Wir müssen Treibhausgase einsparen und Effizienzgewinne einfahren, nur so bekommen wir auch in Bayern langfristig eine resiliente, wettbewerbsfähige und nachhaltige Wirtschaft. Bei diesem Weg muss die bayerische Staatsregierung Industrie und Unternehmen durch klare Vorgaben und Anreize unterstützen.

 

Durch die Corona-Pandemie haben wir gesehen, wie fatal sich eine starke Abhängigkeit von Drittländern und -regionen bei Rohstoffen auf Produktionsprozesse innerhalb der EU auswirken kann. Klar ist auch: An einer umfassenden Digitalisierung von Produktions- und Logistikprozessen führt kein Weg vorbei. Wer hier verschläft, verliert im schlimmsten Fall.

 

Eine starke, klimaneutrale und wettbewerbsfähige Industrie muss zukunftsgerichtet und innovativ sein – und das geht nur mit starker Forschung, auch in Bayern. Wir Grüne/EFA im Europaparlament haben Forschung & Entwicklung zur Priorität für den EU-Haushalt 2022 erklärt. Öffentliche und private Ausgaben für Forschung und Entwicklung haben unter der Covid-19-Pandemie besonders an Kürzungen gelitten.

 

Der sozial-ökonomische Wandel der Industrie gelingt nur, wenn wir stärker in Digitalisierung, Innovation und Infrastruktur investieren, denn KI und smarte Technologien werden bald vollkommen in Industrieprozesse integriert sein.

 

Das Rückgrat der Industrie in Europa und Bayern sind kleine und mittleren Unternehmen. Wir müssen im Rahmen des Wiederaufbaus den europäischen Mittelstand beim digitalen und grünen Wandel unterstützen, zugunsten nachhaltigen Wachstums.“

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