Im Dialog mit der Wirtschaft: Was Bayerns Unternehmen jetzt brauchen

Innovationsförderung, regionale Wertschöpfung und verlässliche Rahmen-bedingungen stärken Bayerns Wirtschaft – Barbara Fuchs: „Erneuerbare Energien sind Klimaschutz und moderne Wirtschaftspolitik zugleich.“

Wie bleibt Bayern als Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig, sichert Arbeitsplätze und macht sich unabhängiger von globalen Krisen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine Diskussionsrunde im Rahmen der Herbstklausur der Landtags-Grünen. Barbara Fuchs, wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion, und Martina Badock, geschäftsführende Gesellschafterin des Fürther Unternehmens Hoefer & Sohn, moderierten den Austausch mit Vertreter*innen aus Wirtschaft und Verbänden. Eine zentrale Botschaft: Bayern hat das Potenzial, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Damit daraus wirtschaftlicher Erfolg wird, braucht es gezielte Innovationsförderung, bessere Vernetzung und einen konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien.

„Die Abhängigkeit von anderen Ländern – ob bei Rohstoffen oder Energie – ist ein großes Risiko für unsere Betriebe“, betonte Martina Badock. „Entscheidend ist, dass wir die Wertschöpfung vor Ort halten.“ Die Politik könne dazu beitragen, indem sie Förderprogramme stärker an Bedingungen knüpft: „Es muss sichergestellt sein, dass Fördergelder nicht ins Ausland abfließen, sondern wirklich vor Ort investiert werden,“ so Martina Badock.

Die Fürther Abgeordnete Barbara Fuchs sieht in der Energiewende einen wichtigen Motor für die Wirtschaft: „Wenn wir Energie selbst erzeugen, statt Öl und Gas aus dem Ausland einzukaufen, bleiben das Geld und die Wertschöpfung im Land. Handwerk, Industrie und freie Berufe erhalten ein Konjunkturprogramm und können Arbeitsplätze vor Ort sichern. Städten und Gemeinden eröffnen die heimischen Energien zusätzliche Einnahmequellen. Zugleich sind sie ein Standortvorteil: Unternehmen siedeln sich dort an, wo Energie verlässlich und günstig verfügbar ist. Erneuerbare Energien sind damit Klimaschutz und Wirtschaftspolitik zugleich.“

Das Potenzial ist groß: Deutschlandweit arbeiten bereits mehr als 436.000 Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien. In Bayern könnten Wind- und Solaranlagen ihre jährliche Wertschöpfung bis 2033 von knapp 600 Millionen auf mindestens 1,4 Milliarden Euro steigern – vorausgesetzt, der Ausbau kommt hierzulande voran.

Ein weiterer Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft sind Innovationen. Startups sollten daher gezielter unterstützt werden – insbesondere in der Wachstumsphase. Innovative Produkte müssten schneller den Weg in den Markt finden, so die Meinung der Diskussionsteilnehmenden. Ebenso wichtig sei eine bessere Vernetzung: zwischen etablierten Unternehmen und Startups, über Ländergrenzen hinweg und innerhalb einzelner Berufsfelder. Der Austausch helfe, voneinander zu lernen und neue Lösungsansätze voranzubringen. Noch zu häufig würden vertraute Methoden oder Materialien bevorzugt, weil Erfahrungen oder überzeugende Argumente für innovative Alternativen fehlten.

Barbara Fuchs resümiert: „Ich nehme aus dem Austausch viele Impulse für meine politische Arbeit mit. Unsere bayerischen Betriebe haben das Know-how, den Erfindergeist und den Mut, die Zukunft anzupacken. Jetzt muss die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffen: für Innovation, für regionale Wertschöpfung, für eine verlässliche, bezahlbare Energieversorgung.“

Hintergrund:

Die Landtags-Grünen haben sich bei ihrer Herbstklausur am 17./18. September 2026 in Nürnberg mit der Frage beschäftigt, wie Bayern unabhängiger von fossilen Energiemärkten werden und zugleich die Wirtschaft stärken kann. Mit ihrer High-Tech-Energieagenda setzen sie sich dafür ein, moderne Energietechnik schneller in die Fläche zu bringen. Zu den zentralen Forderungen gehören: 

  • ein kostenloses Mittagsstromkontingent, wenn die Strompreise an der Börse unter Null fallen; 
  • Smart Meter in allen bayerischen Haushalten bis 2030; wer freiwillig früher einen möchte, soll ihn bis 2027 bekommen können; 
  • das erste grüne Wasserstoffkraftwerk Deutschlands in Bayern; 
  • mehr Erdwärme für bestehende Mehrfamilienhäuser; 
  • ein schnellerer Ausbau von Großwärmepumpen, die Wärme aus Flüssen, Seen, Abwasser oder industrieller Abwärme nutzen; 
  • vergünstigte Kredite über die LfA für Solarthermie in der Industrie; 
  • mehr Grünstromspeicher und intelligente Netze, damit Solar- und Windstrom genutzt statt abgeregelt wird. 

Kontakt: Barbara Fuchs, MdL, Sprecherin für Wirtschaftspolitik
barbara.fuchs@gruene-fraktion-bayern.de

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