Am 8. und 9. Oktober 2026 hat das Ansbacher Recycling-Start-up TURNS zum „Fachkongress für zirkuläre Arbeitskleidung“ eingeladen. Ich durfte die Eröffnungsrede halten und habe danach viele Gespräche geführt. Besonders beeindruckt hat mich, dass Akteure der gesamten Wertschöpfungskette mit im Raum waren: Hersteller, Konfektionäre, Wäschereien, Kunden und Recycler, dazu Start-ups, die textile Kreisläufe erst ermöglichen. Und auch Vertreter*innen von Verbänden und aus der Forschung waren vor Ort. Genau diese Mischung macht den Unterschied, denn ein geschlossener Faserkreislauf entsteht dann, wenn die gesamte Lieferkette zusammenarbeitet.
Das Programm war breit – mit Keynotes und Panels zu Themen wie EU-Textilstrategie, erweiterte Herstellerverantwortung (EPR), zirkuläre Beschaffung, abfallrechtliche Nachweispflicht, Textilqualitäten und vielem mehr. Dabei wurde deutlich, was bereits funktioniert und wo Herausforderungen liegen. Denn der Weg zum geschlossenen Faserkreislauf ist anspruchsvoll – es geht um viel mehr, als nur Recyclingfasern einzusetzen.
Gebrauchte Arbeitskleidung ist hier zwar ein Sonderfall: Sie wird nicht über öffentliche Altkleidercontainer gesammelt, und auch die Bedingungen für das Recycling sind aufgrund der Materialbeschaffenheit andere. Und doch ist auch für diesen Textilbereich relevant, was aktuell in der Altkleidersammlung passiert – wo Container abgebaut werden und Sammler sich zurückziehen. Denn diese Sammel- und Sortierstrukturen sind Voraussetzung dafür, dass aus gebrauchter Kleidung wieder neue Fasern werden können. Darauf bin ich in meiner Eröffnungsrede eingegangen und habe deutlich gemacht: Um das System zu erhalten, ist die Politik gefragt. Auf Bundesebene muss aus dem Eckpunktepapier zur erweiterten Herstellerverantwortung schnell ein wirksames Textilgesetz werden. Wer Produkte auf den Markt bringt, die sich nicht recyceln lassen, muss sich dabei stärker an der Finanzierung beteiligen als Unternehmen, die auf Kreislauffähigkeit setzen. Und auch die Bayerische Staatsregierung darf nicht länger zusehen: Es braucht eine Überbrückungshilfe, bis die Herstellerverantwortung greift, und eine öffentliche Beschaffung, die verlässliche Nachfrage schafft.
Der Kongress hat eindrücklich gezeigt, wie viel Kompetenz, Engagement und Innovationskraft in dieser Branche steckt. Viele Gespräche, unterschiedliche Perspektiven und ein gemeinsames Ziel: die Wertschöpfungskette in der Textilbranche neu denken. Die Transformation hin zu geschlossenen Textilkreisläufen wird dann gelingen, wenn alle zusammenarbeiten. Wir als Politiker*innen sind gefordert, der Branche zuzuhören und Hürden aus dem Weg zu räumen.
Danke für die guten Gespräche und wertvollen Impulse, und danke an die beiden Gründerinnen von TURNS – Katja Wagner und Angelique Thummerer – für die Einladung und die perfekte Organisation.





















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