Algentechnikum der TU Muenche am Ludwig Bölkow-Campus in Ottobrunn: Prof. Thomas Brueck; Fachgebiet Industrielle Biokatalyse Foto: Andreas Heddergott

Besuch im Algentechnikum der TU München

Gemeinsam mit meiner Kollegin Stephanie Schuhknecht haben wir das Projekt “Green Carbon” der Technischen Universität München besucht.

Ziel des Projekts ist es, auf Algenbasis Herstellungsverfahren für Polymere und carbonfaserbasierte Leichtbaumaterialien zu entwickeln, die beispielsweise in der Flug- und Automobilindustrie eingesetzt werden können.

Begleitet wird die Entwicklung der unterschiedlichen Prozesse von technologischen, ökonomischen und Nachhaltigkeitsanalysen.

Durch ihr schnelles Wachstum können Mikroalgen, wie sie im weltweit einzigartigen Algentechnikum auf dem Ludwig Bölkow Campus der TU München kultiviert werden, das Treibhausgas CO2 aktiv in Form von Biomasse speichern. Das CO2 wird unter anderem in Form von Zuckern und Algenöl gebunden. Aus diesen können mit chemischen und biotechnologischen Prozessen Ausgangsstoffe für verschiedenste industrielle Prozesse gewonnen werden.

Ölbildende Hefen erzeugen beispielsweise aus den Algenzuckern Hefeöl, ein Ausgangsstoff für nachhaltige Kunststoffe. Außerdem lässt sich das Hefeöl enzymatisch in Glycerin und freie Fettsäuren spalten. Die freien Fettsäuren sind Ausgangsmaterial für weitere Produkte, unter anderem hochwertige Additive für Schmierstoffe; das Glycerin lässt sich in Carbonfasern umwandeln.

Diese Carbonfasern liefern innerhalb ihrer Weiterverarbeitung die gleichen technischen Eigenschaften für Bauteile (v.a. in der Flugzeug- und Autoindustrie) wie bisher, es gibt weitere Tests für den Bau – Stützträger Carbon verstärkt statt aus Stahl zum Beispiel. Projekte wie diese geben Hoffnung, dass wir den Klimawandel doch noch stoppen können. Herstellungsverfahren, die mehr Kohlendioxid (CO2) verbrauchen als sie selbst freisetzen, stuft der aktuellste Weltklimareport (IPCC Special Report on Global Warming of 1.5 °C) als wichtige Option ein, den Klimawandel doch noch in den Griff zu bekommen.

Jetzt ist es an der Politik und der Industrie die Wirtschaftlichkeit dieser Verfahren schnell zu unterstützen und zu verbessern. Der bisher schlechte ökologische Fußabdruck der Carbontechnologie kann komplett ins Positive entwickelt werden.

 

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