Eröffnung Ausstellung „Baustelle Frauenbild“

Am 04. Mai durfte ich bei der Eröffnung der neuen Ausstellung im Fürther Frauenmuseum ein Grußwort sprechen.

In meinem Grußwort habe ich über den aus meiner Sicht sehr passenden Titel „Baustelle Frauenbild“ gesprochen – weil wir trotz über 100 Jahre Frauenwahlrecht noch immer weit weg von echter Gleichberechtigung sind.

Noch heute verdienen Frauen 21% weniger als ihre männlichen Kollegen für die gleiche Arbeit in Bayern!

Das heißt ganz konkret: Frauen arbeiten in Bayern faktisch 77 Tage umsonst im Vergleich zu Männern in der gleichen Position!

Und schauen wir uns noch einen weiteren Faktor an: den sogenannten Gender Care Gap – dieser zeigt auf, wie viel unbezahlte Sorgearbeit Frau und Mann übernehmen. Also z.B. Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Haushalt, etc.

Der Gender Care Gap beträgt aktuell 44,3 Prozent. Das bedeutet, Frauen verwenden durchschnittlich täglich 44,3 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit als Männer. Umgerechnet sind das 79 Minuten Unterschied pro Tag.

79 Minuten – in denen, ein Mann

  • mehr bezahlt arbeiten kann und so in seine Rente einzahlt
  • netzwerken für die nächste Beförderung
  • oder einfach Sport machen oder ein Buch lesen kann

Kein Wunder also, dass Frauen durchschnittlich 27% weniger Renteneinkünfte haben als Männer…klammert man noch die Hinterbliebenenrente aus, liegt die Lücke sogar bei knapp 40%!!!!

Ich bedanke mich für die Einladung und kann allen Interessierten herzlich einen Besuch im Frauenmuseum empfehlen!

Beteiligte Künstlerinnen:

Mahshad Afshar, Elisabeth Bala, Benafsha, Catarina Chietti, Dagmar Dieterich, Mechthild Engel, Feroza, Margarete Hahner, Annette Horn, Katja Gehrung, Khatema, Irene Kress-Schmidt, Luz Lizarazo, Silvia Lobenhofer-Albrecht, Christa Lösel, Ute Plank, Razwan, Petra Annemarie Schleifenheimer, Christine Singh, Caro Suerkemper, Mary Sych, Gesa Will, Regula Zink

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Ein Kommentar

  1. Liebe Barbara,

    ich habe mit Bestürzung die aktuellen Zahlen über die Benachteiligung von Frauen gelesen.
    Ich habe diese selbst schon vorgebracht und wurde dann nach den Quellen der Zahlen gefragt.
    Ich vermisse sie auch in deinem Bericht oder habe ich was übersehen?
    LG