Internationaler Frauentag 2021

Die Gleichstellung der Geschlechter ist für uns Grüne ein zentrales Demokratie-Thema. Die ausgewogene Vertretung von Frauen und Männern in allen gesellschaftlichen Bereichen ist nicht nur ein Gebot des Grundgesetzes. Frauen gleiche Chancen einzuräumen, ist auch notwendig für eine krisenresiliente Gesellschaft. Das zeigt sich auch in der Pandemie. Denn Frauen sind nicht nur besonders in den systemrelevanten Gesundheits-, Pflege- und Careberufen die Krisenmanagerinnen, denen viel zu wenig Anerkennung zukommt. Sie sind es auch, die schneller den Job verlieren, weniger finanziellen Ausgleich bekommen. Sie werden ungefragt zu Hauptverantwortlichen für die Carearbeit im Homeoffice.

Wir wollen Frauen darin unterstützen, wirtschaftlich unabhängig zu sein und sich im Job zu verwirklichen. Die bestehende Arbeitsmarkt-, Steuer- und Familienpolitik ist nicht frei von Diskriminierung und kann mit Blick auf ihre Gleichstellungswirkung verbessert werden.

Unser Ziel ist die eigenständige Absicherung in allen Lebensphasen – von der Berufswahl bis zur Rente. Wir wollen, dass Frauen endlich genauso entlohnt werden wie Männer. Gerade auch im Hinblick auf eine auskömmliche Altersversorgung. Dafür braucht es endlich ein echtes Entgeltgleichheitsgesetz. Minijobs sollen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung überführt werden. Wir wollen, dass alle börsennotierten oder mitbestimmten Unternehmen zur Erstellung von konkreten Gleichstellungsplänen verpflichtet werden. Nicht nur Vorstand und Aufsichtsrat brauchen Zielvorgaben zur Erhöhung des Anteils des unterrepräsentierten Geschlechts, sondern jede Ebene im Unternehmen. Wir wollen echte Gleichberechtigung, auch in den Parlamenten. Für neu geschlossene Ehen fordern wir eine individuelle Besteuerung und darüber hinaus eine neue Zeitpolitik, die beiden Elternteilen mehr Zeit für Kinder oder zu pflegende Angehörige einräumt.

Fürther*innen in Aktion – gemeinsame Umgestaltung: der DreiHerrenBrunnen wird zum DreiFrauenBrunnen. Frieda Fronmüller, Mary S. Rosenberg und Käthe Rohleder waren im letzten Jahrhundert die erste Pfarrerin, Musikdirektorin und Verlegerin, wir haben sie heute sichtbar gemacht und ihre Geschichten erzählt. Zusammen mit Felicia Peters’ Musik haben wir den Weltfrauentag gefeiert, diese Frauen, uns Fürther*innen und Frauen insgesamt.

 

 

Der Dreiherrenbrunnen stellt die früheren drei Herren in Fürth dar, einen Bischof der Dompropstei Bamberg, einen Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und einen Patrizier aus Nürnberg. Der Brunnen erinnert an die jahrhundertelange Dreiherrschaft, die u. a. dazu geführt hat, dass sich Juden und Handwerker, die woanders nicht geduldet wurden, in Fürth ansiedelten.
So gilt in Fürth der Dreiherrenbrunnen zu Recht als Symbol für Toleranz und Vielfalt. Und doch: Er repräsentiert nur die Hälfte der Welt – die männliche.

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