Besuch bei Wildner+Designer in Fürth

Letzte Woche war ich bei der Werbeagentur von Stefan Wildner zu Besuch. Seit 2005 sitzt die Firma Wildner+Designer in Fürth und bietet von einzelnen Aufträgen wie dem Design von Webseiten, Videos oder Flyern bis hin zu gesamtheitlichen Marketingstrategien und Kampagnen eine Vielzahl an Dienstleistungen an. Die Zielgruppe bilden vor allem KMUs. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem sogenannten B2B-Marketing, also Marketing von Unternehmen für Unternehmen (business to business) im Gegensatz zum B2C-Marketing, welche sich an Verbraucher*innen (consumer) richtet.

Angefangen hat das Unternehmen im Grafikdesign, weshalb es auch heute noch Aufträge für Bücher und Zeitschriften übernimmt. Gerade in den vergangenen beiden Jahren stellten diese eine Konstante im ansonsten volatilen Gesamtmarktumfeld dar. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Schulbüchern mit vielen Grafiken, beispielsweise in den Naturwissenschaften. Trotz Corona gibt es nach wie vor kaum Interesse an der Erstellung digitaler Schulbücher, da es hier immer noch keine einheitlichen Systeme für die Schulen gibt. Hier fehlt bisher schlicht der politische Wille, Gelder in Lehrportale und Plattformen für digitale Lehrmittel zu investieren.

Im Marketing ist das Ziel des Unternehmens, möglichst gesamtheitliche Konzepte zu erstellen und an einer nachhaltigen Markenentwicklung mitzuarbeiten. Denn dadurch wird in der Regel viel mehr erzielt als durch einzelne Elemente. Allerdings wird die konzeptionelle Kreativarbeit im Vergleich zu Aufträgen mit funktionaler und struktureller Gestaltung sowie technischer Implementierung weniger gut honoriert, da sie viel arbeitsintensiver ist und erstmal nur ein abstraktes Ergebnis liefert. Bei einer Marketingstrategie sind mehrere unterschiedlich spezialisierte Fachkräfte beteiligt, die sich kreativ ausleben, vom Grafikdesigner über die Webdesignerin bis zu Videoanimateuren. So haben die Mitarbeitenden auch unterschiedliche Ausbildungswege hinter sich. Hier war es Herrn Wildner wichtig, dass die Ausbildungs- und Studienangebote vielfältiger sein sollten; teilweise werden bestimmte Fachrichtungen in der Region gar nicht angeboten. Zudem sollte die Ausbildung dem Studium nicht schlechter gestellt werden. Das Wichtigste sei es, den jungen Leuten etwas mitzugeben, das sie motiviert und ihre Kreativität fördert, damit sie Probleme innovativ lösen und dadurch Vergnügen am beruflichen Wirken entwickeln können.

Ich habe auch gezielt nachgefragt, welchen Stellenwert die Verwendung nachhaltiger Materialien bei ihren Aufträgen hat. Auch wenn dies für einzelne Kund*innen wichtiger wird, spielt es bisher eine untergeordnete Rolle, da Nachhaltigkeit oft mit Nachteilen bei Kosten und Qualität verbunden wird. Insbesondere im B2B-Bereich passiert noch sehr wenig. Allerdings liegt viel auch in der Hand der Druckereien, welche die Aufträge letztlich ausführen. Je nach Auftrag ist es aber auch schwieriger, nachhaltig zu agieren. Zum Beispiel sind Materialien für Messeauftritte oft nur kurzzeitig verwendbar.

Wir haben uns auch über viele aktuelle politische Themen unterhalten und diese kontrovers diskutiert. Dabei ging es um verschiedenste Themen wie Bildungspolitik, Ökologie, Sprachgebrauch und viele andere Dinge. Angeregt wurde zum Beispiel auch, dass in Bezug auf Coronamaßnahmen die Kommunikation besser werden muss, um zumindest ein wenig Planbarkeit aufrechtzuerhalten. Einig waren wir uns aber auf jeden Fall, dass wir KMUs stärker unterstützen sollten. Denn diese schaffen viel regionale Wertschöpfung und sind daher ebenso wichtig wie viele Großunternehmen. Dafür werde ich mich auch weiterhin einsetzen.

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