Besuch bei Südstärke mit Michael Kellner und Leon Eckert

Gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär und Mittelstandsbeauftragten der Bundesregierung, Michael Kellner, war ich diese Woche auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Leon Eckert in Schrobenhausen beim Unternehmen Südstärke zu Besuch. Südstärke ist ein bayerischer Produzent von Kartoffelstärke und hat einen weiteren Standort in Sünching. Das Unternehmen hat etwa 260 Beschäftigte und wird von 1.400 regionalen Landwirt*innen versorgt. Insgesamt werden so jährlich knapp 600.000 Tonnen Kartoffeln verarbeitet, was etwa einem Drittel der bayerischen Kartoffelernte entspricht. Das Unternehmen ist genossenschaftlich aufgebaut, sodass die Vertragslandwirt*innen auch direkt beteiligt sind. Vor Ort lieferte uns Dr. Stefan Dick, Geschäftsführer der Südstärke, einen Einblick in den Produktionsprozess sprach mit uns über die gestiegenen Energiepreise und erfolgte Effizienzmaßnahmen.

Nach einer Werksbesichtigung drehte sich die Diskussion vordringlich um die Zukunft der Energieversorgung. Die Südstärke trägt bereits durch vielfältige Einsparmaßnahmen wie einem geringeren Trocknungsgrad der Stärke zur Lagerung zur Reduktion des Gasverbrauchs bei. Außerdem soll der Standort mit Photovoltaikanlagen nachgerüstet werden. Wir waren sehr erfreut, wie in den letzten Monaten die Energieeffizienz vorangebracht wurde. Einig waren wir uns darin, dass die 10H-Regel den Ausbau der Windkraft in Bayern behindert und die Versorgung der mittelständischen Betriebe gefährdet. Daher muss diese Abstandsregel perspektivisch wegfallen, damit es nicht zu einer Standortabwertung Bayerns kommt. Dazu braucht es eine schnelle Umsetzung der Strom- und Gaspreisbremse, um die Unternehmen in diesem Winter zu entlasten. Auch der Freistaat sollte seine Blockadehaltung überwinden und seinen Teil für eine Entlastung der Industrie beitragen. Anstatt ständig Scheindebatten zu führen, sollte Söder und seine Staatsregierung hier endlich konkrete Maßnahmen auf den Weg bringen.

Kurzfristig könnte das Unternehmen auch teilweise von Gas auf HVO-Diesel und Heizöl umstellen, wofür jedoch eine Zulassung vonnöten ist, die wir ausgiebig prüfen werden. Zudem haben auch viele Landwirt*innen zunehmend mit geringeren Ernteerträgen zu kämpfen, was nachhaltig die Rohstoffverfügbarkeit des Unternehmens einschränkt. Dies könnte sich in den kommenden Jahren als ein dauerhaftes Problem herausstellen, weshalb wir auch hier aktiv werden müssen, um unsere Landwirtschaft vor den Folgen von Extremwetterereignissen und dem klimabedingt zunehmenden Wassermangel zu schützen.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Leon Eckert für die Einladung und bei Dr. Stefan Dick für die ausführliche Führung und Diskussion. Wir haben vereinbart, einen produktiven Austausch weiterzuführen.

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