Diskussion “Vergangen und vergessen, verharmlost und verdrängt”- Stolpern wir über unsere Geschichte?

Vor ein paar Tagen war ich bei der Diskussion von Scheinfeld ist bunt und habe die Debatte um die Umbenennung der nach einem Nationalsozialisten benannten Straße verfolgt. Dank Mitorganisator Stefan Jordan von den Grüne Neustadt/Aisch- Bad Windsheim und vielen anderen konnte ich mit Ruth Halbritter, Ulrike Taukert, André Höftmann der Diskussion folgen.
Den Argumenten, dass eine Umbenennung von Straßen heute keinen Unterschied mache, muss ich klar widersprechen. In meiner Heimatstadt Fürth habe ich das 2018 ganz anders erlebt, als die Schwammbergerstraße umbenannt. Dr. Adolf Schwammberger war nach dem Zweiten Weltkrieg Stadtarchiv- und Museumsleiter, jedoch während der Nazizeit eng verstrickt mit den dunklen Machenschaften, von denen er profitierte. Im Rahmen der Recherche und Veröffentlichung bis hin zur Entscheidung zur Umbennung hatte der Prozess eine klärende Wirkung, sowohl auf rationaler als auch auf emotionaler Ebene.
Auch der Stadt Scheinfeld wünsche ich einen heilenden Schritt auf dem Weg in dieser Auseinandersetzung um die eindeutig notwendige Entscheidung, die Karl-Lax-Straße umzubenennen. In Fürth hatte man sich entschieden, die Schwammbergerstraße in Bella-Rosenkranz-Straße nach einer im Dritten Reich verfolgten jüdischen Fürtherin umzubenennen – eine Anregung, sich auf die Suche nach ähnlichen Schicksalen zu machen, die es sicher auch in Scheinfeld gab.

Zum Bericht in der Scheinfelder Rundschau (auf Seite 29)

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